Grüne Stadtratskandidierende informieren sich über regionale Energiewende

Exkursion zu Windkraft im Wald: Praxisbeispiel in Wiesenfelden

Simbach am Inn/Wiesenfelden – Die drei Stadtratskandidierenden Alois Hadeier, Sergej Schander und Arthur Stauder von Bündnis 90/Die Grünen aus Simbach am Inn haben sich im Rahmen einer Exkursion über den Stand und die Perspektiven erneuerbarer Energien in der Region informiert. Ziel war es, konkrete Praxisbeispiele kennenzulernen, Vor- und Nachteile abzuwägen und sich ein eigenes Bild von den Optionen für die Energiewende zu machen.

Besuch im Wald-Windpark Schiederhof

Die Exkursion führte in den Wald-Windpark Schiederhof in Wiesenfelden (Landkreis Straubing). Dort erzeugen drei Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 11,4 Megawatt vor allem im Winterhalbjahr einen wichtigen Beitrag zur günstigen und regionalen Stromversorgung. Damit sind sie ein zentraler Baustein für eine heimische Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen.

Vor Ort erläuterte ein Spezialist die Entstehung des Windparks und ging auf die oft diskutierte Frage der Eingriffe in die Natur ein. Die Zufahrtswege ähneln eher breiteren forstwirtschaftlichen Wegen, wie sie für übliche Forstmaschinen erforderlich sind. Möglich wurde dies durch den Einsatz eines sogenannten Selbstfahrers: Dieses Spezialfahrzeug transportiert Rotorblätter vertikal und kann sie drehen und neigen, sodass die Rangierfläche minimal bleibt und keine zusätzlichen Baumfällungen nötig sind.

Von rechts: Arthur Stauder, Sergej Schander und Alois Hadeier mit dem Experten vor Ort.

Technik und Tourismus vereint

Zwar verändern die Anlagen das Landschaftsbild, doch in Wiesenfelden wird dies auch touristisch genutzt – durch den Windwanderweg. Unter dem Motto „Natur erleben und Technik verstehen“ führt der 7,8 Kilometer lange Rundweg unmittelbar an den drei Windkraftanlagen der Windparks Schiederhof I und II vorbei. Fünf Infotafeln informieren über Wald- und Artenschutz, die Bedeutung des Windparks für die Energiewende sowie die hochmoderne Technik der Anlagen. Ausgangs- und Zielpunkt ist der Waldgasthof Schiederhof.

Auf dem Bild sieht man links den Weg zum Windrad und rechts einen „gewöhnlichen“ Forstweg. Der Unterschied ist kaum zu erkennen.

Eindrücke vor Ort

Die Windräder sind im Wald nur von bestimmten Punkten aus sichtbar, beeindrucken aber durch ihre Größe, wenn man direkt davorsteht. Akustisch sind sie kaum wahrnehmbar. „Ich hätte gedacht, das ist lauter und man sieht sie bei der Höhe schon von weitem“, zeigte sich Arthur Stauder überrascht. Auch das Fundament des fast 200 Meter hohen Windrads (Nabenhöhe 149 Meter) fiel kleiner aus als erwartet. Sergej Schander kommentierte: „Das ist wirklich das ganze Fundament – das hätte ich bei der Höhe und Leistung größer erwartet.“

Der Spezialist informierte zudem über technische Details: Die ersten beiden Anlagen vom Typ Vestas V136 wurden 2018 errichtet und verfügen zusammen über 6,9 Megawatt Leistung – genug für rund 4.500 Haushalte. Neuere Generationen mit höheren Nabenhöhen steigern die Effizienz weiter.

Bürgerbeteiligung als Schlüssel Am Ende waren sich alle einig: Solche Projekte können auch für Simbach am Inn eine Perspektive sein – allerdings nur mit breiter Bürgerbeteiligung. Alois Hadeier betonte: „Wir müssen nach vorne schauen und eine zuverlässige, günstige Energieversorgung für die Bewohner der Region sowie die Wirtschaft vor Ort schaffen. Bürger und Kommunen sollen mitgenommen und beteiligt werden, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt.“

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